Geförderte Projekte

Die Europäische Union (ELER-Fonds) und der Freistaat Thüringen fördern im Naturpark die folgenden Projekte:


Laufzeit: 2018-2019

Gesamtkosten: ca. 130.390,00 € - davon Fördermittel: 116.410,00 € (90%)

Projektträger: Naturparkzentrum Obere Saale-Sormitz e.V.

Projektziele und Inhalte:

  • Sensibilisierung der Menschen vor Ort für Naturschutzbelange, speziell Natura2000
  • Umsetzung des Wegekonzeptes für den Naturlehrpfad Plothen und im Rittergut Knau
  • Durchführung einer öffentlichen Fachtagung zum Thema Natura2000 im Teichgebiet
  • Entwicklung einer Natura2000-Broschüre für jeden Haushalt in der VG Seenplatte
  • mehrere Mitteilungen in Lokal- und Fachpresse sowie auf Webseite


Quelle Karte: Geoproxy; Wanderwegekonzept 2017 (Ing.-Büro M. Baum, Wurzbach)


Laufzeit: 2016-2017

Gesamtkosten: 75.000,00 € - davon Fördermittel: 67.500,00 € (90%)

Projektträger: Naturparkverwaltung Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

Projektziele und Inhalte:

Die Umsetzung einer Naturschutzplanung erfolgt nicht nur durch naturschutz-praktische Maßnahmen. Zur Umsetzung gehört letztlich auch die Akzeptanz der Menschen, die mit diesen Planungen und ihren Umsetzungen leben und arbeiten müssen. Aus diesem Grund wurde für die Herstellung von mehr Akzeptanz zur Managementplanung im Dreba-Plothener Teichgebiet ein Projekt zur Öffentlichkeitsarbeit und Akzeptanzbildung aufgelegt. Hierbei wurden die einzelnen Maßnahmen hinsichtlich der Besucherlenkung mit allen betroffenen Akteuren abgestimmt und konzeptionell aufgearbeitet. Zielgebiete waren der Naturlehrpfad bei Plothen sowie der Lehrpfad im Rittergut Knau. Neben der Konkretisierung der Wegeführung zur Vermeidung von Konflikten zwischen Natur und Wanderer wurde auch der Rückbau von über 80 verschlissenen Infoelementen in das Konzept integriert. Die vorgeschlagenen neuen Elemente orientieren sich an modernen Erfordernissen der Wissensvermittlung und bilden mit ihrer standortspezifischen Thematisierung von Natura2000-Inhalten eine öffentlichkeitswirksame Grundlage für weitergehende Umsetzungsmaßnahmen. Die Erneuerung der beiden Wege ist derzeit beantragt (März 2018)  und soll bis Ende 2019 erfolgt sein.

Auch die Ausstellung im „Hausteichhaus“ war soweit verschlissen, dass sie erneuert werden musste. Die Elemente verknüpfen die Thematik Natura2000 mit dem erforderlichen Zusammenwirken aller Akteure vor Ort. Die Ausstellung wird dankenswerterweise vom Heimatverein Plothen betreut.

 

Foto: Eröffnung der neuen Ausstellung im Hausteichhaus; Fotoautor: Erich Herzog


Laufzeit: 2014-2015

Gesamtkosten: 122.330,30 € - davon Fördermittel: 116.258,30 € (95%)

Projektträger: Naturparkzentrum Obere Saale-Sormitz e.V.

Projektziele und Inhalte:

Die Kennzeichnung der NSG in den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla mit informierenden Elementen war nur punktuell vorhanden und zudem in desolatem Zustand. Ziel des Projektes war es, die Kennzeichnung attraktiv und auch informativ zu gestalten. Dazu musste zwar aus formalen Gründen auf die Kennzeichnungsvorgaben des Thüringer Landesverwaltungsamtes für NSG aus dem Jahr 2000 zurückgegriffen werden. Allerdings wurde versucht, das traditionelle Design durch den Einsatz moderner und aufgelockerter Textschreibweisen und den Einsatz von QR-Codes in eine modernere Form zu bringen.

Parallel wurde je Landkreis eine Informationsbroschüre entwickelt und in einer Auflage von je 10.000 Stück gedruckt. Die Verteilung erfolgte durch den Projektträger wie auch durch die UNB der Landkreise. Direkte Empfänger waren neben bekannten Eigentümern auch die Mitarbeiter von ThüringenForst AöR, der Landwirtschaftsämter sowie von landwirtschaftlichen und andere mit den NSG in Berührung kommenden Unternehmen und Einrichtungen.


Foto: Infotafel am Wanderweg im NSG Mittelgrund; Fotoautor: M. Klöppel


Laufzeit: 2013-2014

Gesamtkosten: 159.500,00 € - davon Fördermittel: 159.500,00 €

Projektträger: Naturparkverwaltung Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

Projektziele und Inhalte:

Für die Natura2000-Gebiete SPA 39 (Plothener Teiche) und FFH 155 (Dreba-Plothener Teichgebiet) war der Fachbeitrag Offenland zu erstellen. Im zweistufigen Vergabeverfahren setzte sich das Ingenieurbüro IBIS aus Hohengandern gegen sieben Mitbewerber durch.

Im Ergebnis der Planung wurde festgestellt, dass bei vielen Arten und Lebensraumtypen in den vergangenen Jahren keine Verbesserung eingetreten ist, obwohl das Gebiet als NSG, LSG, FFH und SPA-Gebiet geschützt ist. Insbesondere Arten und Lebensraumtypen, die auf nährstoffarme Bedingungen angewiesen sind, nahmen in bedenklichen Umfang ab, manche sind bereits ganz verschwunden. Vermutlich sind Faktoren wie allgemeine Eutrophierung der Landschaft, Zuführung von Stickstoff aus der Landwirtschaft, Raubfischbesatz in Fischteichen, angrenzende intensive Nutzungen sowie mangelhafte Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen für diese Entwicklung verantwortlich. Es wurden mehrere hundert Verbesserungsvorschläge erarbeitet und zum Teil mit den Flächennutzern abgestimmt.

Grundsätzlich herrschte im gesamten Verfahren eine offene, vertrauensvolle und kooperative Stimmung zwischen Ingenieurbüro, Nutzern und projektbegleitender Arbeitsgruppe (pAG) vor. In der pAG waren nicht nur Mitarbeiter von Behörden und Verwaltungen vertreten, sondern ebenso Bürgerinnen und Bürger der Bürgerinitiative und diversen Vereinen. An dieser Stelle wurde verstärkter Wert auf eine weitgehend offene Verfahrensweise gelegt, damit kein Eindruck des Planen am „grünen Tisch“ oder gar Misstrauen gegenüber den Planern entsteht.

Seitens des Büros wurde mehrfach darauf verwiesen, dass diese gute Stimmung genutzt werden solle, um die Umsetzung der besonders dringenden Maßnahmen voranzubringen.


Foto: Luftbild des Dreba-Plothener Teichgebiets; Fotoautor: Frank Meyer


Laufzeit: 2013-2014

Gesamtkosten: 134.158,08 € - davon Fördermittel: 134.158,08 €

Projektträger: Naturparkverwaltung Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

Projektziele und Inhalte:

Das Dreba-Plothener Teichgebietes ist eins der thüringischen Hauptvorkommen des Nördlichen Kammmolches (Triturus cristatus). Diese Art wurde wegen ihres hohen Gefährdungsgrades in die europäische FFH-Richtlinie, Anhang II, aufgenommen. Hierzulande wurde der Erhaltungszustand dieser Art als „schlecht“ eingestuft. Daher steht diese Art bei Naturschutzbemühungen landesweit im Fokus.

Im Vorfeld des Projektes wurden die wichtigsten 10 Fortpflanzungsgewässer dieser Art im Teichgebiet identifiziert und mögliche Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet. Mit dem Projekt sollte die Umsetzung an den ersten vier Gewässern realisiert werden. Zwei Teiche davon befinden sich im Privateigentum und werden nicht fischereilich genutzt, zwei weitere Teiche sind im Eigentum des Freistaates Thüringen und an den NABU verpachtet. Vorrangig waren Entschlammungs- und Damminstandsetzungsarbeiten an allen Gewässern notwendig. Dazu erfolgte die Einbeziehung eines regionalen Bauunternehmens mit Erfahrung im Teichbau. An allen vier Gewässern erfolgten Voll- oder Teilentschlammungen sowie die gänzliche oder zumindest teilweise Instandsetzung der Dämme sowie die Instandsetzung der Ablassbauwerke (Mönche).

Die Arbeiten konnten auf eine Vegetationsperiode beschränkt werden, so dass die Reproduktion der Zielarten ab 2015 wieder gegeben war. Nachkontrollen ergaben, dass an einzelnen Teichen bereits im ersten Jahr nach den Arbeiten wieder Kammmolche und Moorfrosche (FFH Anhang IV) aktiv waren.


Konzeption und Umsetzung einer flexiblen und innovativen Präsentation der Nationalen Naturlandschaften (NNL) in Thüringen

Laufzeit: 2012 - 2013

Gesamtkosten: 170.000,00 € - davon Fördermittel: 170.000,00 € (100%) 

Projektträger: Freistaat Thüringen; Naturparkverwaltung federführend

Projektziele und Inhalte: 

Mit der Entwicklung und Umsetzung dieser NNL-Ausstellung sollen die Ziele der Landesregierung im Bereich Naturschutz sowie im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BfnE) einer breiten Öffentlichkeit erschlossen werden. Für alle Thüringer NNL soll eine innovative und flexible Präsentation entwickelt werden, die das Gemeinsame und das Besondere der NNL herausstellt. Es soll über die Bedeutung von Arten und Lebensräumen, die Aufgaben und Ziele der einzelnen NNL, die Bedeutung regionaler Wertschöpfungsketten für die Erhaltung der biologischen Vielfalt sowie eine nachhaltige Regionalentwicklung informiert werden. Die Bildungsangebote der NNL werden durch optische, akustische und sonstige sinnliche Vermittlung der Themen allen Altersgruppen zugänglich gemacht, wodurch diese emotional angesprochen und für Naturschutzthemen begeistert werden sollen. Mit dem Projekt sollen Besucher der NNL zu einem pfleglichen Umgang mit der Natur und zu einem umweltgerechten Verhalten motiviert werden.


Foto: Ausstellung im Einsatz auf der Messe in Erfurt; Fotoautor: Unikatum/ Leipzig


Laufzeit: 2008-2011

Gesamtkosten: 99.595,37 € - davon Fördermittel: 74.073,37 € (75%)

Projektträger: Naturparkzentrum Obere Saale-Sormitz e.V.

Projektziele und Inhalte:

Ziel dieses Projektes war die Sensibilisierung von Verwaltungen und der Bevölkerung für die immer dramatischer werdende Verbreitungssituation des Feuersalamanders im Thüringer Schiefergebirge, speziell im Raum Leutenberg. Der Projektträger vertritt die Ansicht, dass eine Akzeptanz der Ansprüche betroffener Arten in Verwaltung und Bevölkerung ebenso förderlich sein kann, wie praktische Maßnahmen. Dies trifft insbesondere auf Arten zu, die in der Öffentlichkeit ein positives Image besitzen, so wie der Feuersalamander.

Wesentliche Inhalte des Projektes waren eine Grundlagenerhebung (Larvenkartierung, chem.-phys. Wasserbeprobung und Gewässerstrukturgütekartierung), die Erweiterung der Ausstellung im Naturpark-Haus, Ausgestaltung eines örtlichen Wanderweges mit interaktiven Elementen sowie eine effektive Öffentlichkeitsarbeit (Presse- und Medienarbeit, projektbegleitende Broschüre, öffentliche Feuersalamander-Fachtagung).

Als Partner entwickelten sich neben der Naturparkverwaltung vornehmlich die Stadt Leutenberg, die dieser Art in der Folge eine vermehrte Aufmerksamkeit bei Infrastrukturmaßnahmen schenkte sowie die Grundschule Leutenberg und die vor Ort tätigen Zertifizierten Natur- und Landschaftsführer, die den neu gestalteten „Kinderwanderweg – Dem Feuersalamander auf der Spur“ in ihr Programm aufnahmen.

Von den 10 Pressemitteilungen und mehreren Pressegesprächen schafften es mehrere auf die Titelseiten der Lokalpresse. Eine Meldung erschien in der Zeitschrift National Geografic  und über die Fachtagung wurde im MDR-Regional berichtet.

In Folgeprojekten konnten durch die bewusstseinsmäßige Inwertsetzung für diese Art vermehrt biotopverbessernde Maßnahmen auf Landes-, Kommunal- und Privatflächen problemlos umgesetzt werden.


Foto: Zwei Generationen Feuersalamander; Fotoautor: fokusnatur/leo